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Definitionen
In Diskussionen, Büchern und Fachartikeln werden sehr häufig Begriffe benutzt, die verschieden  verstanden bzw. interpretiert werden. Um Missverständnisse zu vermeiden, werden hier Begriffe  erläutert, die häufig benutzt werden sowie erklärt, ob und wie sie auf diesen Webseiten Anwendung  finden.  Artgerecht “den Ansprüchen einer bestimmten Tierart genügend” (Duden 2011)  genügen: “in einem Maß, einer Menge vorhanden sein, dass es für etw. reicht” (Duden 2011)  Einer Art gerecht  zu werden bzw. ihren Ansprüchen zu genügen, ist in der Tierhaltung unter der  Obhut des Menschen eigentlich ausgeschlossen, denn das würde bedeuten, dass ein Tier frei in  seinen Entscheidungen wäre. In der Haltung von Tieren durch den Menschen hört die Freiheit für ein  tatsächlich artgerechtes Leben für das Tier in der Regel dort auf, wo der Zaun anfängt. Eine  Abwanderung z. B. bei Rivalitäten in der Gruppe ist somit unmöglich, weil erstens nicht gewollt und  zweitens per Gesetz verboten. Mit anderen Worten: dem Anspruch des Tieres, bei Unwohlsein oder  Rivalität in der Gruppe aus dem Revier abzuwandern, kann nicht entsprochen werden. Dafür reicht  also keine Haltungsform. Selbst die Fütterung lässt Zweifel offen, weil die Auswahl der Nahrung in  der Regel der Mensch trifft. Auch die Fläche der Freilandhaltung mit natürlichem Bewuchs wird vom  Menschen zur Verfügung gestellt und nicht vom Kaninchen ausgesucht.   Der Begriff „artgerecht“ wird heute geradezu inflationär gebraucht - gelegentlich wird er eher miss-,  als gebraucht. Selbst eine Haltung in der Wohnung und das Verfüttern von Heu und Gemüse werden  heute schon mit dem Prädikat “artgerecht” versehen. Oft wird synonym der Begriff artgemäß genutzt,  der auch im Tierschutzgesetz Anwendung findet.    ! Auf diesen Seiten wird anstelle des Begriffs artgerecht der Begriff arttypisch benutzt.  Arttypisch  Auf diesen Seiten wird häufig als Ersatz für artgemäß oder artgerecht der Begriff arttypisch benutzt.   Der Begriff arttypisch beschreibt Eigenschaften des Verhaltens oder der Nahrung der Wildform des  Kaninchens. Mit diesen Eigenschaften kann ein qualitativer Vergleich einer Haltungsform der  domestizierten zur wilden, natürlichen Lebensform gezogen werden, der an keine Grenze gebunden  ist. Arttypische Verhaltensweisen für die Art Oryctolagus Cuniculus sind z. B. Hoppeln, schnelle Sprints,  Wälzen, Kletten, Graben, ausgestrecktes Liegen, Sonnen, Grasen (Weiden), Markieren, Strecken  und Nagen. Die arttypische Nahrung besteht aus Gräsern, Kräutern, Laub sowie jungen, frischen  Ästen oder Schößlingen. Beispiele: Ein arttypisches Verhalten wie z. B. das “Wälzen”, wie man es bei Tieren in der Natur häufig  beobachten kann, wird in einer Wohnung oder im Käfig nicht ausgeführt, weil der arttypische   Untergrund wie trockene Erde oder Sand fehlt. Arttypisch, weil das Kaninchens solche Böden zum  Siedeln und Bau graben benötigt und deshalb bevorzugt. Deshalb kann eine Käfig- oder  Wohnungshaltung eigentlich auch nie artgemäß oder artgerecht sein, auch deshalb, weil andere,  arttypische Verhaltensweisen wie z. B. Sprints, sich Sonnen oder eine ausgedehnte Nahrungssuche   nicht ausgeführt werden können.  Das Hoppeln ist eine arttypische Eigenschaft des Kaninchens, sei es einfach nur als Lockerung der  Muskeln oder zur Befriedigung eines Bewegungsbedürfnisses, zur Erkundung des Geländes oder zur  Nahrungssuche. Der Bewegungsradius von Wildkaninchen um den Bau beträgt im Durchschnitt  250m und kann zur Nahrungssuche auf bis zu 600m erweitert werden. Die oberste Grenze für das  Hoppeln wären also theoretisch 600m, die Anzahl der Hoppler entsprechend groß und somit  arttypisch. Es ist daher müßig, über eine entsprechend artgerechte oder artgemäße Haltungsfläche  domestizierter Kaninchen zu diskutieren. Die Frage wäre eher, inwieweit ein arttypisches Verhalten in  einer Tierhaltung eingeschränkt wird.  Pellets als Futtermittel können z. B. keine arttypische Nahrung sein, selbst wenn sie alle, für das  Kaninchen erforderlichen, Nährstoffe enthalten würden (was sie nicht tun). Die gepresste  Stäbchenform des Futters ist für Kaninchen nicht arttypisch.  ad libitum  Lat.: ad = nach; libitus = Wunsch In der Tierernährung wird damit die Formulierung “ständig zur freien Verfügung” bzw. “frei nach  Belieben” umschrieben. Das heißt, einem Tier steht z. B. Futter so zur Verfügung, dass es jederzeit  beliebig viel davon fressen kann.  Diese Art der Fütterung liefert jedoch keine Information über ihre Qualität! Das heißt, eine “Ad-  libitum”-Fütterung von Gemüse bedeutet keinesfalls eine gute Ernährung sondern lediglich, dass  Gemüse in so großer Menge angeboten wird, dass ein Kaninchen jederzeit davon fressen kann.  Steht daneben nur noch Heu zur Verfügung, bleibt ihm allerdings keine andere Wahl.  Blatt, Blätter, blättrige Bestandteile Mit Blatt ist jede Form des Teils der Pflanze gemeint, der als Auswuchs vom Spross (Stängel, Stamm, Zweig) abzweigt. Dazu gehören Blätter als oberirdische Bestandteile von Gemüse, Blätter von  Gräsern und Kräutern sowie das Laub von Sträuchern und Bäumen.  Frischfutter Mit Frischfutter ist im Prinzip jedes gemeint, dessen Komponenten bzw. Inhaltsstoffe nicht getrocknet  wurden. Dazu zählen also Gräser, Kräuter, Gemüse, Obst, Salate etc. in frischer Form.  ! Auf diesen Seiten wird auf den Begriff weitgehend verzichtet, weil er zu ungenau ist.   Grünfutter Der Begriff ist, ähnlich wie Frischfutter, sehr ungenau. Dem Verständnis nach sind damit alle grünen  Bestandteile von Pflanzen gemeint, also auch die Stängel.   ! Wenn auf diesen Seiten von frischem Grünfutter die Rede ist, sind damit Gräser, Kräuter und das  frische Laub von Bäumen sowie frische, junge Äste und Zweige gemeint.  Ideologie “Lehre von den Ideen;  an eine soziale Gruppe, eine Kultur o. Ä. gebundenes System von Weltanschauungen,  Grundeinstellungen u. Wertungen” (Duden 2007)  In der Kaninchenhaltung und -ernährung trifft man oft auf Meinungen und Darstellungen, die nur  wenig mit den eigentlichen Bedürfnissen dieser Tiere zu tun haben. Einerseits sind diese durch  Unkenntnis geprägt, andererseits durch handfeste, ökonomische Hintergründe. In der  Heimtierhaltung kommen zudem noch fehlende Möglichkeiten oder Wille hinzu, Tiere arttypisch zu  halten und zu ernähren. Diese Webseiten fühlen sich keiner Ideologie verpflichtet, sondern lediglich  den Tieren.   Raufutter (Rauhfutter) Vorrangig werden in der Tierhaltung damit getrocknete Pflanzen/-bestandteile beschrieben.  Gelegentlich wird der Begriff aber auch für frisches, strukturiertes Grünfutter genutzt, insbesondere in  der konventionellen Massentierhaltung.  ! Auf diesen Seiten ist damit ausschließlich getrocknetes, strukturiertes Futter wie Heu und Stroh  gemeint. Saftfutter In Publikationen wird dieser Begriff als Abgrenzung zu getrocknetem Futter benutzt. Er umfasst dann  solche Futtermittel, die relativ viel Wasser enthalten wie z. B. Gräser, Kräuter, Gemüse und Obst. ! Auf diesen Seiten wird dieser Begriff nicht benutzt, weil er zu ungenau ist.  Trockenfutter Jede Art von Futter, dessen Bestandteile getrocknet wurden. Genau genommen gehört also auch  Heu dazu. Im Tierschutz wehrt man sich allerdings vehement gegen diese Darstellung, weil dort der  Begriff Trockenfutter negativ besetzt ist. Trockenfutter werden in verschiedenen Formen angeboten oder von Haltern selbst  zusammengestellt. Pellets: Futter, dessen Basis in der Regel aus Grasmehlen besteht. Die Komponenten werden  getrocknet, zermahlen und anschließend in Stäbchenform gepresst. Je nach Anbieter und  Verwendungszweck können verschiedene Zusatzstoffe beigemischt sein.  Briketts: Futter, dessen Komponenten nicht so stark zerkleinert werden wie die von Pellets.  Somit bleibt eine gewisse Struktur erhalten. Je nach Anbieter und Verwendungszweck können  verschiedene Zusatzstoffe beigemischt sein.  Mischfutter (Handel): undefiniertes Futter, dass je nach Anbieter aus nativen (natürlichen)  oder Komponenten wie Pellets und/oder undefinierten, be- und verarbeiteten Stoffen besteht.  Je nach Anbieter und Verwendungszweck können verschiedene Zusatzstoffe beigemischt sein.  Strukturiertes Trockenfutter: Futter, dessen Komponenten weitgehend unzerstört vorliegen.  Eine Bearbeitung erfolgt lediglich in dem Maß, wie es nötig ist, das Futter zu dosieren (z. B.  geschnittene Stängel). Je nach Anbieter und Verwendungszweck können verschiedene  Zusatzstoffe beigemischt sein.  Daneben gibt es mittlerweile verschiedene Trockenfutter, die von Kleinunternehmen bzw. Händlern  angeboten werden. In der Regel handelt es sich dabei um Mischfutter mit mehr oder weniger  fragwürdiger Zusammensetzung und Dosierung der Komponenten. Häufig werden diese zusätzlich in  verschiedene Formen gepresst oder im Ofen gebacken.  
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