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Futterstruktur
Unter der Struktur eines Futtermittels wird die Partikelgröße und –härte der Komponenten  verstanden. Von diesen sind der Kauprozess und somit auch das Einspeicheln der Nahrung sowie  die Darmmotorik (Peristaltik) abhängig.   Als die erste Auflage des Buches „Kaninchen würden Wiese kaufen“ erschien, gab es von einem  einzigen Hersteller in Deutschland ein Futter zu kaufen, das sich von den herkömmlichen Pellets  dadurch unterschied, das seine Bestandteile zwar getrocknet, aber nicht zermahlen wurden. Heute  hat mittlerweile jeder namhafte Futterhersteller ein solches im Sortiment. Diese Futter sind sicher  nicht optimal für Kaninchen, aber immer noch besser als das, was vielen Tieren in der  Heimtierhaltung sonst angeboten wird. Das ist auch der Grund, warum es vom Autor in Beratungen  oft empfohlen wurde, obwohl der Schwerpunkt eigentlich auf „Wiese“ liegt. Warum?   Eigentlich sind Alternativen in der Ernährung von Tieren immer mit Nachteilen verbunden, so auch  bei Kaninchen. Leider haben sich im Laufe der Zeit Positionen zu Fütterungsweisen etabliert, die  auch von Tierschutzorganisationen und Tierärzten vertreten werden, aber nachteilig für die Tiere  sind. In diesen Fällen ist ein strukturiertes Trockenfutter gewissermaßen das kleinere Übel als eine  Fütterung, die einen permanenten Mangel verursacht. Heu und Gemüse sind solche etablierten  Futtermittel, die bei alleiniger Fütterung einen Mangel verursachen können. Auch wenn die Zusätze  in kommerziellen Futtermitteln zum Teil synthetisch sind und in viel zu hohen Gehalten vorliegen,  kann eine dosierte Verabreichung eher Schaden verhindern, als verursachen. Eine Eigenschaft, die  dabei eine Rolle spielt, ist die Struktur des Futters. Seit einiger Zeit taucht dieser Begriff im Zusammenhang mit Futtermitteln immer öfter auf  (strukturiertes Futter, Struktur-Müsli etc.). Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff und wieso  ist die Struktur so wichtig? Das Bild 66 soll verdeutlichen, wie sich die Struktur einer Pflanze auf dem Weg der Verarbeitung zu  Pellets verändert.  Bild: Veränderung der Struktur eines Futtermittels durch Verarbeitung  Bild: Futtermittel und ihre Struktur Normalerweise sind Pflanzen feste Gebilde, die aus verschiedenen Stoffen bestehen und durch diese  zusammengehalten werden. Cellulose dient als Festigkeitsträger und Stützkomponente, ohne die  eine Pflanze nicht in die Höhe wachsen könnte. Wenn ein Kaninchen eine Pflanze frisst, muss es  diese erst gründlich kauen, um sie zu zerkleinern und dann schlucken zu können. Durch dieses  intensive Kauen nutzen sich die Zähne ab und die Nahrung wird eingespeichelt. Durch das  Zerkleinern und Einspeicheln wird im Prinzip bereits die Verdauung der Nahrung in Gang gesetzt,  weil z. B. Amylase im Speichel (ein Enzym) bereits im Maul anfängt, die Stärke abzubauen. Die feste Stäbchenform der Pellets suggeriert eine Struktur, die tatsächlich nicht vorhanden ist. Es  werden gleichzeitig 2 - 3 Stäbchen aufgenommen und ein Teil im Diastema, dem freien Raum  zwischen Schneide- und Backenzähnen, "gespeichert". Dort weichen sie vor und müssen nur noch  wenig gekaut werden. Innerhalb sehr kurzer Zeit zerfallen sie wieder in ihre ursprünglichen, mehligen  Bestandteile. Diese sehr kleinen und hoch verdaulichen Teilchen wandern zum größten Teil in den  Blinddarm und es sind nur wenige, grobe, unverdauliche Teilchen vorhanden, die den Nahrungsfluss  und somit die Peristaltik im Darm in Gang halten. Als Nahrungskonzentrate müssen Pellets rationiert werden. Dadurch fehlt auch ein bestimmtes  Volumen, das den Magen- und Darminhalt ständig erneuern könnte. Tatsächlich nimmt das  Kaninchen mit frischer Nahrung bis zu sechs mal mehr Masse auf als mit Pellets.
Futterstruktur
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