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Hunger - Regulierung der Nahrungsaufnahme
Das Hungergefühl wird grundlegend durch zwei Faktoren bestimmt:  1. objektiv, physiologisch bedingt durch das Absinken des Glucosespiegels (Blutzucker), der  Aminosäuren, der Milchsäure und der flüchtigen Fettsäuren im Blut und  2. subjektiv durch die Fresslust z. B. durch Gewöhnung und Geschmack.  Glukose ist ein Einfachzucker, der das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das Innere der Niere,  das Nierenmark, mit Energie versorgt. Andere Körperzellen gewinnen die Energie überwiegend aus  dem Fettstoffwechsel. Glukose ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und so das  Gehirn mit nötigen Nährstoffen zu versorgen. Sie schützt als Filter das Gehirn vor  Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen, die im Blut enthalten sind. Dieser Schutz stellt  allerdings auch eine Barriere für Medikamente dar, die bei neurologischen Erkrankungen, also  Erkrankungen des Nervensystems, eingesetzt werden sollen und diese Schranke überwinden  müssen. Charakteristisch für das gesunde Kaninchen ist das „Fressen auf Energie“. Das heißt, dass  Kaninchen normalerweise nur so viel fressen, wie sie für ihren täglichen Energiebedarf benötigen.  Das setzt natürlich voraus, dass sie die Möglichkeit dazu haben und das Futter die entsprechenden  Nährstoffe enthält. Diese Fähigkeit ist beim Kaninchen etwa ab dem 35. Lebenstag voll entwickelt  (Fekete, 1991).   Indirekt zeigt auch die Aufnahme von Blinddarmkot diesen Fakt: bei Energiemangel wird die gesamte  Menge Blinddarmkot, bei einem Energieüberschuss im Futter entsprechend weniger aufgenommen.  (Schwabe, 1995) stellte fest, dass bei einer ad-libitum-Bereitstellung von Pellets, Saftfutter (Möhren +  Apfel) sowie Wasser die Aufnahme von Pellets deutlich zurückging. Diese Menge wurde, bezogen  auf die Trockensubstanz, durch das Saftfutter ausgeglichen. Das heißt, die Tiere haben auf das  energiereiche Fertigfutter zugunsten des Saftfutters verzichtet.  In der früheren Zucht konnte dieses Phänomen vom Autor immer wieder beobachtet werden: neue  Tiere, die gewöhnlich mit Pellets gefüttert wurden, verloren anfangs etwas an Gewicht, weil sie  innerhalb von zwei Tagen komplett von Pellets auf Grünfutter wechselten. Dieser Wechsel erfolgte  stets freiwillig, da grundsätzlich ihr gewohntes Futter ad libitum angeboten wurde, aber zusätzlich viel  frisches Grün von der Wiese. 
Hunger
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