Start Suche Änderungen Nutzungshinweise Definitionen Wildkaninchen Wildkaninchen - Bilder Fortpflanzung Physiologie Gebiss Sinne Temperatur Verdauung Caecotrophie Hunger Nahrung Nahrungsselektion Futtermittelanalyse Die Trockensubstanz Futterstruktur Rohnährstoffe Kohlenhydrate Calcium & Phosphor Energie Fütterung Futtermittel Getrocknet oder Frisch? Futtermengen/Futterpläne Pflanzenbestimmung Heil- & Giftpflanzen Haltung Krankheiten Tumore Kastration Quellen Presse & Fernsehen Beratung Unterstützung Copyright-Hinweise Impressum
Kohlenhydrate
Einteilung der Kohlenhydrate nach ihrer Struktur (Auswahl) Einfachzucker (Monosaccharide)  " Glucose ( Traubenzucker, Dextrose)  " Mannose  " Fructose (Fruchtzucker)  " Galactose (Schleimzucker) Zweifachzucker (Disaccharide)  " Saccharose (Rübenzucker bzw. Rohrzucker ? Glucose + Fructose)  " Lactose (Milchzucker -> Glucose + Galactose) " Maltose (Malzzucker -> Glucose + Glucose) Dreifachzucker (Trisaccharide)   " Melezitose (u. a. in Honig)  " Raffinose (Rückstand der Zucker-Raffination in der Melasse)  " Umbelliferose  Vielfachzucker (Polysaccharide)  " Stärke " Zellulose  " Glykogen  " Fruktan (Speicherkohlenhydrat in Pflanzen)  " Dextran  " Pektin (Zellwandbestandteil)  Oligosaccharide  " Galactooligosaccharide  Auf Grund ihrer Funktion im Organismus unterscheidet man zwischen Strukturkohlenhydraten  (Rohfaser bzw. Faserbestandteile als Ballast, siehe Kapitel Rohfaser) und Nicht-Struktur-  Kohlenhydraten (Zucker und Stärke als Energielieferanten). Kohlenhydrate sind die Hauptlieferanten  für die Energie, die der Organismus benötigt, wobei die im Blut gelöste Glucose die größte Rolle  spielt. Das Absinken des Glucosespiegels im Blut löst z. B. auch.das Hungergefühl aus. Obwohl die  Kohlenhydrate also eine sehr wichtige Rolle spielen, werden sie in industriellen Futtermitteln nicht  deklariert.   Die Einfach- und Zweifachzucker liefern praktisch sofort Energie, Vielfachzucker müssen erst  aufgespalten werden. Im Körper werden die Kohlenhydrate in Glykogen umgewandelt und in der  Leber und im Muskelgewebe gespeichert. Dieser Speicherplatz ist begrenzt - ist er gefüllt, wird der  Rest als Fett gespeichert. Einfach- und Zweifachzucker sowie  werden im Dünndarm vom Blut aufgenommen, also vor dem  Dickdarm verdaut, Vielfachzucker in Abhängigkeit von der Partikelgröße im Dickdarm bzw.  Blinddarm.  Zucker  In der Ernährung wird oft für alles, was süß schmeckt, einfach nur der Begriff Zucker benutzt. Dieser  umfasst die Einfach- und Zweifachzucker. Außerdem ist Zucker die Bezeichnung des  Zweifachzuckers Saccharose, der im Handel z. B. als Würfelzucker angeboten wird.  In der Weender Analyse werden Zucker und Stärke nicht einzeln, sondern innerhalb der Gruppe der  Stickstofffreien Extraktstoffe erfasst, da sie nur aus den Elementen Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff  bestehen. In der Analyse nach van Soest gehören sie zum Organischen Rest und werden erst durch  weitere Analysen schließlich getrennt erfasst. Heu enthält in der Regel 10% und mehr Zucker, zum Teil sogar über 20%. Der größte Teil dieses  Zuckers wiederum besteht aus Fruktan. Ähnlich wie Stärke wird dieses Polysaccharid von Pflanzen  als Speicherkohlenhydrat genutzt. In letzter Zeit ist Fruktan aus Weidelgräsern in Verrruf gekommen,  weil es bei Pferden die gefürchtete “Hufrehe” hervorrufen kann. Vor allem gezüchtete Sorten sind  davon betroffen, also sollte frisches Grün nicht unbedingt von Pferdeweiden geholt werden, die  intensiv genutzt und nachgesät werden. Das folgende Diagramm zeigt die Zuckergehalte von Heu,  frischer Wiese und Möhre als beliebtestes Gemüse (Werte aus Jeroch, 1993).  jeweils Mittelwerte:: Wiese: Wiese, Klee- und kräuterreich, Ende der Blüte; Wiese, grasreich, 1. Schnitt, in der Blüte;   Weide, extensiv, 1. Aufwuchs, Ende der Blüte Heu:  Wiesenheu, 1. Schnitt, grasreich, in der Blüte; Wiesenheu, 1. Schnitt, grasreich, im Ähren-/Rispenschieben  Die meisten Gemüsesorten, vor allem Wurzelgemüse wie Pastinake, Kohlrabi, Rüben etc. sind reich  an leicht verdaulichen bzw. verwertbaren Kohlenhydraten. Im Zusammenhang mit den niedrigen  Rohfasergehalten kann eine übermäßige Verfütterung von solchem Futter zu Durchfällen und  Darmerkrankungen führen.     Stärke Stärke ist ein Polysaccharid (Vielfachzucker), der durch Verdauungsenzyme (Speichelamylase und  Pankreasamylase) zu Zweifachzucker (Maltose) aufgespalten wird. Dieser wird wiederum durch das  Enzym Maltase zu Einfachzuckern abgebaut, die dann durch die Darmwände in den Blutkreislauf  gelangen. Wenn man z.B. Brot lange kaut, wird die Masse im Mund mit der Zeit süß - ein leicht  nachzuvollziehendes "Experiment" zum Nachweis des enzymatischen Abbaus der Stärke zu Zucker  durch den Speichel im Mund. Stärke ist vor allem in Getreide, Brot, Kartoffeln und Wurzelgemüse,  aber auch in Süßgräsern, die einen Teil der Hauptnahrung der Kaninchen bilden, enthalten.  Für Jungtiere bis zu einem Alter von 8 Wochen kann Stärke ein Problem darstellen, da sie noch nicht  über ausreichend Enzyme verfügen, die sie aufspalten. Dadurch kann unverdaute Stärke in den  Blind- und Dickdarm gelangen und dort für Bakterien und Parasiten den Nährboden bilden, auf dem  sie sich übermäßig vermehren können.   Wenn Toxine produzierende Bakterien im Darm siedeln und sich zu stark vermehren, führt das  unweigerlich zu Darmerkrankungen, die sich oft mit Durchfall äußern. Für kleine Kaninchen, die in  Wohnungen gehalten werden, sind stärkehaltige Futtermittel in größeren Mengen nicht zu  empfehlen, da sich die Tiere nicht wie in ihrer natürlichen Umgebung ausreichend bewegen. Sie  neigen deshalb sehr schnell zu Fettansatz.
Kohlenhydrate
© 2009 - 2017