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Physiologie
Wildkaninchen werden in Europa durchschnittlich 35 - 50 cm lang und 1,5 - 3 kg schwer. Die normale  Körpertemperatur beträgt ca. 38,5°C. Die Atemfrequenz liegt bei 32 - 60 Atemzügen/Minute und die  Pulsfrequenz zwischen 130 - 160 Herzschlägen/Minute. Die Größe und das Gewicht sind abhängig  vom Lebensraum. Eine deutliche Veränderung bei Hauskaninchen durch die Domestikation zeigt sich  im Gewicht des Herzen, das nach (Nachtsheim, et al., 1977) beim Wildkaninchen etwa 37,5% höher  ist als beim Hauskaninchen. Die Blutmenge des Kaninchenkörpers beträgt wie bei anderen  Säugetieren etwa 7 % des Körpergewichts.   Kaninchenweibchen kennen keinen Zyklus, der Eisprung erfolgt ca. 12 Stunden nach der Paarung.  Es gibt jedoch Perioden der Hitze, wie die Zeit besonders hoher Empfängnisbereitschaft genannt  wird. Die Trächtigkeit erstreckt sich über 29 - 32 Tage, danach werden 2 bis 8 Junge zur Welt  gebracht, die nach etwa 4 Wochen die Mutter verlassen. Nach unseren eigenen Erfahrungen liegt die  Trächtigkeitsdauer für Zwergkaninchen bei 31 Tagen.  Der Schwanz des Kaninchens, auch "Blume" genannt, wird ca. 6 cm lang und ist an der Unterseite  weißlich gefärbt. Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine und ermöglichen dem  Wildkaninchen hohe Geschwindigkeiten, weite und hohe Sprünge sowie kurze, extrem schnelle  Richtungswechsel. Die max. Fluchtgeschwindigkeit kann bis zu 40 km/h betragen. Körpergröße und Fellfarbe können je nach Verbreitungsgebiet variieren. Der Kopf hat eine längliche  Form, die Augen sind sehr groß und weisen auf überwiegende Aktivitäten in der Dunkelheit hin.   Die Größe des Kaninchens variiert mit ihrem Verbreitungsgebiet, wobei grundsätzlich gilt, dass  Kaninchen in südlichen Lebensräumen kleiner als solche in nördlichen Regionen sind. Dieser Fakt  wird durch die Regel von Bergmann beschrieben. Der Körper gibt Wärme über die Oberfläche ab. Da  die Oberfläche quadratisch (cm²) wächst, das Volumen aber kubisch (cm³), heißt das, dass bei  größer werdendem Volumen der Wärmeverlust über die Oberfläche kleiner wird.  Hasen (Lepus europaeus) sind ursprünglich Steppenbewohner und gelten als ausgesprochene  Kulturfolger. Ihr natürliche Lebensraum sind offene Landschaften. Durch den Feldanbau mit  ganzjährigem Futterangebot gelang ihnen die Verbreitung über ganz Europa, wenn auch der Mensch  oft nachgeholfen hat. Sie fehlen in geschlossenen Wäldern und in Höhen über 1600m. Hasen leben  zum größten Teil als Einzelgänger, die sich nur während der Paarungszeit versammeln. Ist die  Populationsdichte sehr hoch, trifft man sie aber auch in Gruppen an. Sie verlassen ihr angestammtes  Revier nur ungern, Wanderungen über weitere Strecken erfolgen z. B. bei Nahrungsmangel oder  wenn die Zahl der Tiere im Revier zu groß wird. Im Revier legen sie feste Wechsel an, die  regelmäßig benutzen. In Getreidefeldern werden diese Pässe „Hexenstege“ und im jungen  Baumwuchs „Bilwiesschnitte“ genannt (Angermann, 1972).   Hasen graben gewöhnlich keine Baue, sondern leben oderirdisch. Die Ruheplätze werden als  „Sassen“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um natürliche Vertiefungen, die sie durch Scharren  einrichten. In diesen Sassen bleiben sie auch bei Gefahr, erst wenn ein Feind zu nahe kommt,  springen sie aus dem Lager. Auf Fluchten entwickeln sie Geschwindigkeiten von 55 - 70km/h und  springen bis zu zweieinhalb Meter weit. Die Häsin bringt nach einer durchschnittlichen Tragzeit von  42 Tagen 1 - 5 Jungtiere zur Welt, die bereits über Fell verfügen und sehen können.     Insgesamt sind Wildkaninchen deutlich kleiner als Feldhasen. Sie haben ein graubraunes Fell,  welches im Nacken braun/rostrot gefärbt ist, während die Bauchseite eine weißliche bis  cremefarbene Färbung aufweist. Die Ohren (Löffel) sind einfarbig, die des Feldhasen weisen  schwarze Spitzen auf. Sie sind im Gegensatz zum Hasen kürzer als der Kopf. 
Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) Skelett, Knochen
Die Wirbelsäule des Kaninchen besteht aus insgesamt 46 - 47 Wirbeln: 7 Halswirbel, 12 Brustwirbel,  7 - 8 Lendenwirbel, 4 Kreuzwirbel, die das Kreuzbein bilden und 16 Schwanzwirbel. An den ersten  beiden Halswirbeln setzen die Muskeln für die Kopfbewegungen an. Sieben der 12 Rippen verbinden  sich mit dem Brustbein, die siebente bis neunte Rippe bilden den Rippenbogen, die Knorpel der  zehnten bis zwölften enden frei. Der Schulterknochen besteht aus dem Schulterblatt und dem  Schlüsselbein. Das Oberarmskelett wird aus dem Oberarmbein gebildet, das Unterarmskelett aus  Speiche und Elle, das Handskelett aus den Knochen der Vorderfuß- bzw. Handwurzel. Der Schädel  setzt sich aus 18 Knochen zusammen, die die Nasen- und Schädelhöhle umschließen. Bei der Pflege vor allem langhaariger Tiere sollten unbedingt die Schwanzwirbel beachtet werden. Es  ist erschreckend, wie oft langhaarigen Kaninchen bei der Fellpflege vermeintliche Filze abgeschnitten  werden, in denen sich dann Schwanzwirbel finden. Die Knochen des Kaninchens sind sehr dünn und  brechen leicht. Harkness (1987) gibt die Knochendichte von Kaninchen im Vergleich zu Katzen mit  nur einem Drittel an.   Einer der häufigsten Vorstellungsgründe beim Tierarzt sind Knochenfrakturen. Diese entstehen durch  das Überschätzen der Festigkeit der Knochen und ein zu festes Zugreifen - vor allem Kinder sind  häufig beteiligt, weil sie ihre Kräfte und das fragile Skelett nicht oder nur schwer einschätzen können.  Dies dürfte allerdings für manchen Erwachsenen ebenso zutreffen. Auch ein Fall aus großer Höhe  führt nicht selten zu Frakturen. Kaninchen mögen es nicht unbedingt, in lichter Höhe von mehr als  einem Meter durch die Wohnung getragen zu werden - oft winden sie sich blitzschnell aus einem  vermeintlich festen Griff oder zappeln, weil man sie wie eine Katze locker auf dem Arm trägt. Wenn  ein Kaninchen unbedingt hoch genommen werden muss, sollte der Griff dem Kaninchen ein Gefühl  der Sicherheit geben. 
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