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Nahrungsselektion (Auswahl)
Karg oder nährstoffreich?  In der Literatur wird die Nahrung des Kaninchens recht widersprüchlich charakterisiert  bzw. interpretiert: so wird sie einerseits als karg und rohfaserreich, andererseits als  protein- und energiereich sowie rohfaserarm dargestellt. Besonderer Wert wird immer  wieder auf die Bedeutung der Rohfaser gelegt, den Stützelementen und  Zellwandbestandteilen von Pflanzen, welche als ein äußerst wichtiger Bestandteil der  Nahrung von Kaninchen gesehen wird.  Wie so oft kommt es hierbei auf den Standpunkt des Betrachters an: 1. Der Mensch kann rohe Grünpflanzen nur schlecht verdauen, da er über keine Enzyme  verfügt, die die Rohfasern aufspalten können. Deshalb dienen ihm grüne Pflanzen und  Pflanzenteile mehr als Ballaststoff. So werden die unverdaulichen Nahrungsbestandteile  bezeichnet. Sie tragen mit einem relativ geringen Energiegehalt trotzdem zur Sättigung  bei, weshalb Gemüse gern für Diäten genutzt wird. Im Darm sorgen Ballaststoffe durch  die Bindung von Wasser für eine Zunahme der Kotmenge, die auf die Darmwände Druck  ausübt und dadurch die Peristaltik anregt und sie verkürzen die Verweilzeit der Nahrung  im Verdauungstrakt. Das Kaninchen verwertet solche Pflanzen zwar nicht so effektiv wie  Wiederkäuer, aber immer noch besser als der Mensch. Was für ihn relativ wertlos ist,  bildet für das Kaninchen einen sinnvollen Teil der Nahrung.  Verwertung der Rohfaser in abnehmender Reihenfolge  2. Ganze, grüne Pflanzen enthalten Rohfaser von 4 - 8%. Da die Analyse auch die  Stängel der Pflanzen beinhaltet, scheint die Rohfasergehalt sehr hoch. Tatsächlich  fressen aber Kaninchen bevorzugt die Blattspitzen, die den niedrigsten Rohfasergehalt in  der Pflanze aufweisen. Sie selektieren also ihre Nahrung gegen Rohfaser. Die Stängel  und Rippen der Blätter werden dagegen oft gemieden.  3. Empfehlungen für den Rohfasergehalt von ca. 16% in Kaninchenfuttern resultieren  aus Versuchen mit Trockenfuttern, insbesondere Pellets und gelten deshalb auch für  diese. Dabei handelt es sich um Konzentratfutter, die nur in relativ geringen Mengen  verfüttert werden und über ein geringes Volumen verfügen. Auf Grund dieses geringen  Volumens kann es zu Verdauungsstörungen kommen, die durch einen erhöhten  Ballaststoffanteil ausgeglichen werden können. Vor allem in der Mast ist dies aus  Kostengründen ein probates Mittel. Auf Grund des geringen Nahrungsvolumens kann es  zur Bildung von Haarballen (Bezoare) mit folgender Verstopfung kommen, ebnso in   Verbindung der Verfütterung von Heu (zu viel trockene Nahrung).   4. Aus Sicht des Kaninchens ist die Nahrung, die sie sich bevorzugt aussuchen, ideal:  vorwiegend Blattspitzen mit einem relativ geringen Rohfasergehalt, aber viel Energie  und Nährstoffen. Neben dem Geschmack spielt auch der Geruch eine Rolle bei der Nahrungsauswahl. So  stellte (Niehaus, 1968) zum Beispiel fest, dass Weiße Neuseeländer und Helle Großsilber  in der Lage waren, einzelne frische Pellets aus einer verdorbenen Futterprobe zu  selektieren.   Unangenehme Geschmacks- und Geruchskomponenten können wiederum bei einem  sonst einwandfreien und hochwertigen Futter zu einer Einschränkung der  Futteraufnahme bis zu völliger Ablehnung führen. Eine weitere Rolle bei der  Nahrungsauswahl vom Menschen gefütterter Tiere spielt die physikalische  Beschaffenheit des Futters. Es ist grundsätzlich einfacher, ein Kaninchen von  Industriefutter auf natürliche Nahrung umzustellen, als umgekehrt. Werden die  Grundbestandteile der Pellets, also Grünmehle, angeboten, stellen Kaninchen nach 3  Tagen die Nahrungsaufnahme ein.  Konzentrat-Selektierer  Auf Grund ihrer selektiven, also wählerischen Fressweise, werden Kaninchen zu den  "Konzentrat-Selektierern" gezählt - ein Begriff, der auf (Hofmann, et al., 1972)  zurückgeht und auf Tiere in Europa wie z. B. das Kaninchen und das Reh übertragen  wurde (Cheeke, 1987), (Cheeke, 1994), (Van Soest, 1994). Trotz der wählerischen  Fressweise verbringt es nur ca. 15% des Tages mit der Nahrungssuche. Der Begriff „Konzentrat-Selektierer“ bedeutet nicht, dass ein Kaninchen gern  Konzentrat-Futter fressen würde, sondern dass es sich aus seiner arttypischen Nahrung  jene Bestandteile auswählt (selektiert), die den höchsten Gehalt an Nährstoffen  aufweisen. Bedingt durch eine relativ kurze Passagezeit der Nahrung im  Verdauungstrakt und des Fassungsvermögens fressen Kaninchen vorrangig jene  Pflanzenteile, die reich an Zellinhaltsstoffen, aber arm an Zellwandbestandteilen sind.  Schwer- bzw. unverdauliche, größere Teile werden schnell durch das Verdauungssystem  geschleust und nach kurzer Zeit bereits wieder als Hartkot ausgeschieden. Leichter  verdauliche, kleine Partikel hingegen wandern in den Blinddarm und werden dort von  Bakterien verwertet. Als Monogastrier vermeidet das Kaninchen nach Möglichkeit die  Aufnahme rohfaserreicher Nahrung, da es nur sehr begrenzt über die Möglichkeit  verfügt, Cellulose zu verdauen. Polygastrier wie z. B. das Rind mit mehreren Mägen und  daraus resultierender, längerer Passagezeit der Nahrung können diese wesentlich  effektiver verwerten. Unter Berücksichtigung der metabolischen Körpermasse beträgt  der Raum für den Gärprozess beim Kaninchen, der Blinddarm, nur 20% der Größe des  Pansens beim Rind. Demgemäß beträgt auch der Anteil der Faser in der Nahrung im  Vergleich zum Rind nur etwa die Hälfte (Williams, et al., 1995). Pflanzenfasern dienen  dem Kaninchen nach (Cheeke, 1987) lediglich der Darmmotilität (Darmbewegung) und  nicht als Nährquelle, da die Zeit für die Fermentation (Zersetzung durch Bakterien im  Darm) nicht ausreicht. Zu Konzentrat-Selektierern zählen weiterhin z. B. Reh, Elch,  Giraffe und Weißwedelhirsch (Behrend, 1999).  Einteilung von Herbivoren nach ihrer Fressweise (verändert nach van Soest 1994)  Einteilung von Herbivoren, nach (Van Soest, 1994)  Aufbau einer Pflanze  Grüne Landpflanzen, die zur Nahrung des  Kaninchens gehören, bestehen in der Regel aus  der Wurzel, dem Stängel sowie den Blättern und  Blüten mit Samen. Solange die Pflanze im Erdreich  verwurzelt ist, hat sie einen hohen Wassergehalt,  in Gräsern und Kräutern liegt dieser zwischen 75 -  90%.  Das Wasser hat mehrere wichtige Funktionen für  das Kaninchen: so ist das Volumen der Nahrung  relativ groß, was für einen steten Nachschub des  Chymus (Nahrungsbrei) und somit auch für eine  regelmäßige Erneuerung des Magen- und  Darminhaltes sorgt. Das Wasser ist als  Transportmittel für die verschiedensten Nähr- und  Wirkstoffe unerlässlich. Mit der Wurzel wird das  Wasser aus der Erde aufgenommen und über den  Stängel zu allen Teilen der Pflanze transportiert.  Frische, neu gewachsene Pflanzen bzw.  Pflanzenteile sind besonders reich an Nährstoffen.  Mit zunehmendem Alter der Pflanze beginnen die  Zellwände zu verholzen, da sich Lignin anreichert -  ein Bestandteil, der in die Zellwand einer Pflanze  eingelagert wird und ihr „Verholzen“ bewirkt. Er ist  für Menschen und Tiere nahezu unverdaulich.   Von einer, im Boden verwurzelten, Pflanze fressen Kaninchen bevorzugt das obere  Drittel ab und widmen sich dann der nächsten. Von geschnittenem Grün wird dagegen  oft das ganze Blatt gefressen, insbesondere von älteren Tieren. Auf diese Weise  verbringen sie sehr viel Zeit mit der Nahrungsaufnahme, vor allem in den frühen  Morgen- und späten Abendstunden. Bevorzugter Teil des Blattes Wildkaninchen fressen fast nur nachts, während domestizierte Tiere dem Tages-  /Nachtrhythmus ihrer wilden Verwandten weitgehend nicht mehr folgen. Sie fressen  auch tagsüber immer wieder - wenn Futter ad libitum zur Verfügung steht bis zu 80mal,  während Wildkaninchen etwa 30mal vorwiegend in den dunklen Stunden des Tages  fressen. Woher wissen Jungtiere, was sie fressen dürfen?  In den ersten Lebenstagen nach ihrer Geburt sind Kaninchen taub und blind, lediglich   Geschmacks- und Geruchssinn sind bereits sehr gut ausgeprägt. Obwohl die Häsin in  der Regel nur einmal täglich für 3 – 5 Minuten an das Nest kommt um ihre Jungen zu  säugen, sind diese in der Lage, in der kurzen Zeit die Nahrungsquelle zu finden und sich  satt zu trinken. Verantwortlich dafür sind so genannte Pheromone – artspezifische,  biochemische Botenstoffe, die den Jungtieren zuverlässig den Weg weisen. Auf die Milch  von Ratten, Schafen, Kühen und Stuten reagieren Jungtiere nicht im gleichen Maße wie  auf die arteigene. Nach ca. 2 Wochen erfolgt der Übergang von flüssiger zu fester  Nahrung. Als erstes steht das Nestmaterial zur Verfügung, welches von dem Muttertier  selektiv ausgewählt und zusätzlich mit Bauchfell ergänzt wurde. Außerdem hinterlässt  die Häsin Kotbällchen am Nest, von denen die Jungtiere fressen. Doch nach etwa 3  Wochen kommt die Stunde der Wahrheit: die Jungtiere verlassen den Bau und müssen  sich ihre Nahrung in einer völlig neuen und fremden Umgebung suchen. Die Mutter hilft  dabei nicht, im Gegenteil: bereits nach 3 Wochen kann der Fall eintreten, dass sie die  Jungtiere nicht mehr säugen lässt. Ab jetzt müssen sie völlig allein zurechtkommen.  Wenn jedes Kaninchen von Anfang an erst lernen müsste, was in seiner Umgebung nun  genießbar ist und was giftig, wäre die Überlebensrate für Jungtiere noch niedriger, als  sie so schon ist. Natürlich hat die Natur hier vorgesorgt, um dem Kaninchen das  Überleben zu erleichtern.  Das einfachste wäre sicher, die  Häsin würde ihren Jungtieren  zeigen, was sie fressen können  und was nicht. Das ist in einer  Höhle schwierig, die zudem im  Dunkeln,  möglichst unauffällig  und nur für sehr kurze Zeit  aufgesucht wird, um keine  Fressfeinde anzulocken. „Mutter“  Natur hat aber anderweitig  vorgesorgt: die Jungtiere lernen  bereits über die Muttermilch, den  Kot der Häsin und das  Nestmaterial ihre späteren  Fresspflanzen kennen. Geschmack  und Geruch lehren die Jungtiere  also schon vor der selbstständigen  Futtersuche, welche Pflanzen für sie geeignet sind. Somit „kennen“ junge Kaninchen,  wenn sie den Bau verlassen, bereits viele Pflanzen – genauer müsste man eigentlich  sagen: deren Inhaltsstoffe. Auf diese Weise selektieren sie für sie völlig unbekannte  Pflanzen über den Geruch und Geschmack, die bereits ihre Mutter als unbedenklich  eingestuft und in größeren Mengen gefressen hat. Dokumentiert wurde diese Fähigkeit der Kaninchen, die wir auch in unserer Haltung  feststellen konnten, u. a. von (Altbäcker, et al., 1995), indem sie an verschiedene  Gruppen von Häsinnen jeweils Wacholder und Thymian im Futter verabreichten und  prüften, was deren Jungtiere später präferierten. Jungtiere, deren Mütter zusätzlich  10% Wacholder im Futter erhielten, bevorzugten später auch Nahrung, die Wacholder  enthielt. Umgekehrt bevorzugten Jungtiere Thymian, wenn die Häsinnen vorher Thymian  in der Ration erhielten. Im Laufe der Zeit relativierte sich die Aufnahme des Futters mit  den sehr speziellen, Inhaltsstoffen im Vergleich zur Kontrollgruppe, das weder  Wacholder, noch Thymian enthielt. Offenbar versuchten die Tiere, Nachteile der  Inhaltsstoffe wie die des Wacholders auszugleichen, die sich z. B. in einem geringeren  Wachstum zeigten. Oft wird uns geschildert, dass man in großen Mengen Wiese  anbietet, aber die Tiere nur wenig davon fressen. Erwähnt werden z.  B. Pflanzen wie Luzerne, Wilde Möhre, Kerbel und Schafgarbe.   Manchmal wird noch darauf hingewiesen, dass zwar die Blüten und  einige Blätter gefressen werden, der Rest bzw. ganze Teile der  Pflanzen aber liegen bleiben.   Das linke Bild zeigt den Teil einer Luzerne-Pflanze in der Blüte.  Dieser Teil ist insgesamt 70cm hoch. Wenn die Luzerne blüht, ist sie  bereits recht alt und diese Wuchshöhe erreicht sie nur, weil der  Stängel ausreichend lignifiziert (also verholzt) ist. Lignin ist aber für  Kaninchen unverdaulich. So, wie die Pflanze auf dem Bild abgebildet  ist, beträgt der Stängelanteil ca. 73% und der Blattanteil, also das,  was die Tiere eigentlich gern fressen, 27%. Die Blätter im unteren  Teil der Pflanze sind aber ebenfalls schon sehr alt und somit für  Kaninchen nur noch wenig interessant, was den schmackhaften  Anteil weiter reduziert.   Wenn man also frische Luzerne in der Blüte anbietet, sind  bestenfalls 10 - 15% der ganzen Pflanze tatsächlich von Nutzen, der  Rest wird nur dann gefressen, wenn dem Tier nichts anderes,  besseres zur Verfügung steht. Wenn man seinen Tiere frische Wiese anbietet, sollte also der  Blattanteil sehr hoch sein oder eben die gesamte Menge des Futters  so viel, dass sich das Kaninchen die schmackhaften, frischen und  jungen Blätter selbst heraussuchen kann. Der “Abfall” ist dann  entsprechend hoch. Die Luzerne soll hier nur als Beispiel dienen, der Fakt der relativ  geringen Blattmasse gilt aber natürlich auch für andere Pflanzen und  sollte bei der Fütterung berücksichtigt werden. Wir empfehlen in der Regel, etwa so viel frisches Grün von der  Wiese pro Tier anzubieten, wie es wiegt. Bitte erstellen Sie daraus  keine Regel, denn diese Menge hängt von verschiedenen Faktoren  ab (z. B. von der Schmackhaftigkeit, der Pflanzenart, dem Blatt-  anteil und dem Alter der Pflanzen).  Auf dem Bild links sind Luzerne-  pflanzen mit den dicken, festen  Stängeln zu sehen. Gefressen  werden nur die Blätter. Rechts ist noch einmal die gleiche Luzerne-Pflanze im  Vergleich zu Löwenzahn abgebildet. Diese Darstellung  soll beispielhaft den Unterschied der Blattmasse  verschiedener Pflanzen zeigen. Auch von Löwenzahn-  blättern wird nicht unbedingt das ganze Blatt gefressen.  Vor allem Jungtiere fressen nur die leicht verdaulichen  Teile, während die Mittelrippe oft liegen gelassen wird.  Besonders ältere Blätter werden auf diese Weise sehr  selektiv gefressen. Diese selektive Fressweise lässt sich  natürlich auch bei wild lebenden  Kaninchen feststellen. Selbst im Winter,  wenn die Nahrung eher knapp ist, wird  möglichst nur die leicht verdauliche  Nahrung der rohfaserreichen, schlecht  verdaulichen vorgezogen. Das linke Bild  zeigt Winterraps, der Wildkaninchen als  Nahrung dient. Man sieht die gleiche,  selektive Fressweise - die Mittelrippe wird  verschmäht und nur die leicht  verdaulichen Teile der Blätter werden  gefressen. Kaninchen verfügen über sehr ausgeprägte Geschmackssinne, die ihnen bei der  Nahrungsauswahl helfen. Als Herbivore sind sie auf die Pflanzen angewiesen, die in  ihrem Habitat bzw. Lebensraum zur Verfügung stehen. In bestimmten Zeiträumen kann  diese Auswahl sehr eingeschränkt sein. Neben dem Winter kann es auch im Sommer zur  Engpässen in der Ernährung kommen. Der so genannte “Ernteschock” bedeutet für  Hasen und Kaninchen oft, das gewissermaßen von einem Tag zum anderen der größte  Teil des bis dahin üppigen Nahrungsangebotes wegfällt, weil Wiesen gemäht oder Felder  abgeerntet werden. In dieser Zeit kann es dazu kommen, das ein Kaninchen Pflanzen  frisst, die sonst vielleicht nicht zu den bevorzugten zählen. Unabhängig davon ist das Kaninchen im Stande, Inhaltsstoffe auf Grund ihres  Geschmackes und Geruches zu erkennen. Außerdem ist die Aufnahme an den Bedarf  angepasst, wie viele Untersuchungen immer wieder eindrucksvoll bestätigen. Trotz  dieser ganz erstaunlichen Fähigkeit, die der Mensch übrigens früher selbst einmal besaß  und manche Naturvölker heute noch besitzen, wird den domestizierten Kaninchen fast  jedes Selektionsvermögen in Hinblick auf Pflanzenstoffe abgesprochen. Der Mensch  bestimmt, was, wann und wie viel das Kaninchen fressen soll, obwohl er oft nicht einmal  für sich selbst in der Lage ist, eine vernünftige Ernährung zu gestalten. Besonders  schlimm ergeht es Kaninchen, die einen übervorsichtigen Halter haben, der ja nur das  Beste für sein Tier will. Dieser Halter wäscht und schält Obst und Gemüse, kontrolliert  Halm für Halm das Heu, obwohl er kaum Pflanzen kennt und beschränkt das frische  Grün auf Löwenzahn.   Meist lehnt er aber frisches Grün  wegen möglicher Schadstoffe,  Hundekot und -urin, Myxomatose  und Zecken ab. Besonders  schaudert diesen Halter der  Gedanke daran, was er aus  Versehen alles an Giftpflanzen aus  der Natur mitbringen könnte. Er  kennt die einschlägigen  Futterlisten im Internet und  obwohl völlig unklar ist, was bei  dem jeweiligen Futter mit “wenig”  oder “selten geben” denn nun  eigentlich genau gemeint ist, lässt  er dieses Futter lieber ganz weg -  man kann ja nie wissen. Derweil  schmachtet sein Tier, aber über die Fähigkeiten seines Kaninchen  macht sich der Halter absolut keine Gedanken - oder er ignoriert sie...  siehe auch Gift- und Heilpflanzen 
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