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Kaninchen besitzen so gut wie keine Schweißdrüsen, deshalb erfolgt die Wärmeregulierung zum  größten Teil über die Atmung und den Ohren. Ihre "Wohlfühltemperatur" liegt zwischen 15 - 17°C. Bei  einer Umgebungstemperatur von 20 - 25°C erhöht sich die Atemfrequenz, ab 30°C beginnen sie zu  hecheln. Durch die Verdunstung des Wassers von den Schleimhäuten des Atemtraktes werden diese  und das in ihnen enthaltene venöse Blut gekühlt. Da die venösen Blutgefäße in unmittelbarer  Nachbarschaft zu arteriellen Gefäßen an der Gehirnbasis liegen, kommt es zwischen diesen zum  Wärmeaustausch und somit zum Schutz des zentralen Nervensystems vor Übererwärmung. Die  normale Körpertemperatur liegt zwischen 38 – 40°C, ab einer Temperatur von 41,5°C fällt die  Atemfrequenz, dafür erhöht sich aber die Atemtiefe - die Tiere atmen verstärkt bis hin zum  krampfhaften Atmen (Nichelmann, 1984). Im Sommer ist deshalb auf eine gute Belüftung der  Umgebung der Tiere zu achten, allerdings ohne Zugluft entstehen zu lassen. Bei Körpertemperaturen  ab 41°C sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden.  Kritische Temperaturen für Kaninchen in verschiedenem Alter ((Nichelmann, et al., 1974)  Alter [Tage] | Kritische Temperatur [°C] 10  | 35  17  | 30  42  | 30  80  | 25  300  | 25  Die kritische Temperatur ist die Temperatur, bei der der Energieumsatz (Stoffwechsel) am niedrigsten  ist. Sie sollte also möglichst nicht überschritten werden bzw. es muss für entsprechende Kühlung  gesorgt werden. Dies kann z.B. durch feuchte Tücher erfolgen, die in der Umgebung der Tiere  aufgehängt werden. Ventilatoren dürfen nicht direkt auf die Tiere gerichtet werden, da sonst  Augenentzündungen oder Schnupfen drohen - ebenso durch Zugluft, die die Schleimhäute  austrocknen lässt. Direkte Sonneneinstrahlung ohne Rückzugsmöglichkeit in schattige Bereiche  sollte unbedingt vermieden werden, einerseits mögen die Tiere das grelle Licht nicht, andererseits  droht Hitzschlag. Bewährt haben sich auch in Tücher gewickelte Kühlakkus oder mit Wasser gefüllte  Flaschen, an denen sich die Tiere Kühlung verschaffen können. Stein- oder Gehwegplatten bieten  ebenso kühlende Wirkung wie z.B. Fliesen. Am besten aber sind Freilaufanlagen mit schattigen  Bereichen und natürlichem Boden.   Die Temperatur der Erde bleibt im Schatten relativ niedrig, weil sie durch die tieferen Schichten  gekühlt wird wird.   Typische Bodentemperaturen* [°C] im Sommer auf einer Wiese   _______________  | Erde im Schatten | Erde in der Sonne  an der Oberfläche  | 22,0  | 31,6  in 1cm Tiefe  | 20,5  | 28,8  in 10cm Tiefe  | 18,8  | 25,0  *Gemessen am 27.06.2010 in Gernsbach; Sonne, Wolken, leichter Wind; 15:30 - 16:00 Uhr; Lufttemperatur im Schatten:  28,0°C; Wiese, bewachsen mit Gräsern und Kräutern, Wuchshöhe ca. 10cm  Aus den Daten wird ersichtlich, dass die Tiere im Freien selbst bei einer Lufttemperatur von 28°C  immer noch ausreichend Kühlung auf natürlichem Boden erhalten, wenn sie schattige Plätze  aufsuchen können. Obwohl die Außentemperatur knapp 30° beträgt, liegt die Temperatur der Erde im  Schatten unter der kritischen Temperatur für Kaninchen.   Wer im Hochsommer in der Nacht eine Siedlung verlässt, wird den zum Teil beträchtlichen  Temperaturunterschied von mehreren Grad Celsius zwischen “Stadt” und “Land” spüren. Die  Bebauung lässt Städte und Dörfer zu “Wärmeinseln” werden. Die Versiegelung der Flächen und der  geringere Anteil an Vegetation mindert die Verdunstung und die dabei entstehende  Verdunstungskälte, Luftverschmutzung absorbiert die Wärmestrahlung, was als “Treibhauseffekt”  bekannt ist. Wärmeemissionen durch Industrie und Verkehr tragen ebenfalls ihren Anteil zu höheren  Temperaturen in Siedlungsflächen bei. Wenn man an Häusern vorbeigeht geht, spürt man die  Wärme, die diese abstrahlen. Kaninchen haben es unter diesen Umständen besonders schwer und  selbst ein Balkon oder die Terrasse bieten kaum Linderung.  Durch sehr hohe Temperaturen wird die Nahrungsaufnahme negativ beeinflusst und der  Wasserbedarf steigt stark an, auch bei der Fütterung mit natürlicher Nahrung. Das Trinkwasser sollte  besonders an heißen Tagen regelmäßig erneuert werden, weil Kaninchen kein warmes Wasser  mögen. Das man Wildkaninchen in der Natur selten trinken sieht liegt u. a. daran, dass sie sich an  sehr heißen Tagen überwiegend in den Bauen aufhalten. Die Kühle und hohe Luftfeuchtigkeit im  Untergrund verhindert eine übermäßige Abgabe von Körperflüssigkeit an die Umgebung.  Sind die Außentemperaturen dagegen sehr niedrig, nehmen Kaninchen gern ein Sonnenbad, vor  allem am frühen Morgen oder in der abendlichen Dämmerung. Auf tiefe Temperaturen bis ca. -20°C  reagiert das Kaninchen recht unempfindlich, wenn es rechtzeitig vor dem Winter an die  Außentemperaturen gewöhnt wurde. Wenn sie in Außenhaltung überwintern sollen, ist spätestens im  Oktober die Möglichkeit, sie im Außenbereich anzusiedeln. So bleibt genügend Zeit, dass sich ein  ausreichend dichtes Fell bildet.  
Temperaturregulierung
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