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Vitamine
Joppich (1967) beschreibt einen Versuch des schwedischen Wissenschaftlers S. Nordfeldt mit  weißen Landkaninchen. Den Tieren wurde ein Mischfutter, bestehend aus Heu-, Soja- und  Hafermehl, Weizenkleie, Mineralien sowie in den Wintermonaten zusätzlich Lebertran verabreicht.  Festgestellt wurde daraufhin ein erheblicher Rückgang der Fruchtbarkeit, mehrmaliges Verwerfen  und Kannibalismus (Fressen der Jungtiere). Die Sterblichkeit in den Würfen erreichte 70 bis 80%.  Diese Auswirkungen wurden weder durch Infektionen noch durch Parasiten hervorgerufen, sondern  waren auf Vitaminmangel zurückzuführen. Lebten die Jungen länger, traten Lähmungen des Vorder-  und Hinterkörpers oder schiefe Kopfhaltungen auf.   Im folgenden, zweiten Versuch wurde lediglich die große Menge des Heumehls (65,9%) durch  frisches Grün (Löwenzahn, Timothee und Quecke) ersetzt, die anderen Bestandteile wurden  weiterhin gefüttert. Die Tiere erlangten daraufhin ihre normale Fruchtbarkeit zurück und die  Sterblichkeit unter den Jungtieren betrug noch 4%.  Diese Beispiel zeigt, welche Vitamingehalte in Heu zu erwarten sind und wie wichtig diese  Komponenten in der Nahrung sind.  Vitamine als essentielle Wirkstoffe sind für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des tierischen und  menschlichen Organismus unentbehrlich. Die meisten Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt  werden. Einige Vitamine werden dem Körper als Provitamine (Vorstufe) zugeführt, die erst im Körper  in die entsprechende Wirkform umgewandelt  werden (z. B. ß-Carotin in Vitamin A). Es wird zwischen fettlöslichen und  wasserlöslichen Vitaminen unterschieden:  fettlösliche können im Körper gespeichert,  wasserlösliche müssen ständig über die  Nahrung zugeführt werden.  Fettlösliche Vitamine: Vitamin A, D, E, und das Provitamin ß-Carotin - dienen der  Ausbildung und Aufrechterhaltung von  Gewebestrukturen.  Wasserlösliche Vitamine: Vitamin C, B1,  B2, Niacin, Panthothensäure, B6, Biotin,  Folsäure und B12 - sind z.B. als Coenzyme  an katalytischen oder steuernden  Funktionen im Stoffwechsel beteiligt.  Vitamin A (Retinol)  Retinol ist eigentlich eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, welches  korrekt als Vitamin A1 bezeichnet wird und das biologisch wirksamste Vitamin aus dieser Gruppe ist.  Es kann aus einigen Carotinoiden, insbesonders aus ß-Carotin (Beta-Carotin), gebildet werden.  Frisches Grünfutter ist prinzipiell reich an Vitaminen und Provitaminen. Vitamin A ist in Grünpflanzen  aber nicht enthalten, sondern nur die Vorstufen, aus denen im Körper Vitamin A gebildet wird - vor  allem das ß-Carotin dominiert im Gemisch der Vitamin-A-Vorstufen. Der Carotingehalt, wie auch der  Gehalt an anderen Inhaltsstoffen, nimmt mit fortschreitender Vegetation ab. Junge, blattreiche  Pflanzen wie z. B. Luzerne, Rotklee und Gräser sind reich an Carotin. Es wird zum Aufbau, Schutz  und Regeneration der Haut und Schleimhaut benötigt; erhöht die Widerstandskraft gegen  Infektionen, steigert die Antikörperbildung und ist am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Eiweißen  und Fetten beteiligt. Bei längerer Fütterung ausschließlich mit minderwertigem Heu und  Wurzelfrüchten kann ein Mangel auftreten, der sich durch Augenveränderungen,  Wachstumsverzögerung und Fortpflanzungsstörungen äußert. Im Heu werden ß-Carotinoide, wie  auch andere wichtige Vitamine, auf Grund der Trocknung teilweise zerstört und bauen durch die  Lagerung immer weiter ab. Ein höherer Bedarf kann z.B. bei Krankheiten wie Kokzidiose vorhanden  sein (Jeroch et al. 1993; AWT 2001).  Kaninchen nehmen also kein Vitamin A, sondern die Carotinoide aus den Grünpflanzen auf, aus  denen sie das benötigte Vitamin A bei Bedarf bilden. Kommerzielle Futtermittel enthalten heute  Vitamin A, obwohl eigentlich Carotinoide besser wären, denn eine Überschuss von Vitamin A wird in  der Leber eingelagert und kann dort Schädigungen verursachen, während eine überschüssige  Menge an Carotinoiden ohne Nebenwirkungen im Körpergewebe gespeichert wird. Mit anderen  Worten: eine Körperschädigung durch zu hohe Mengen Carotinoiden ist nicht möglich, durch zu hohe  Mengen Vitamin A aber schon. Von Lang (1981) werden Empfehlungen anderer Autoren mit mind. 23 IU/kg Lebendmasse (LM) an  Vitamin A für die normale, gesunde Entwicklung junger Kaninchen angegeben; für säugende  Häsinnen mind. 58 IU/kg LM. Es wird darauf verwiesen, dass die Dosierungen in kommerziellen  Futtermitteln höher als diese Minimalempfehlungen liegen, es jedoch einer sehr hohen  Überdosierung für toxische Symptome bedarf, die mit herkömmlichen Zusätzen sehr  unwahrscheinlich wären.  In NRC (1977) werden 580 IE/kg Futter an Vitamin A als ausreichend angegeben. Drepper (1980)  verweist zwar auf die Angabe, empfiehlt dennoch eine Menge von 5.000 IE/kg Futter, wegen  "bewährter Rationen". Das ist die neunfache Menge der ursprünglichen Empfehlung. Es wird jedoch  darauf verwiesen, dass für die normale Haltung die Hälfte, also 2.500 IE/kg Futter ausreichend wäre.  Fekete (1993) gibt als Empfehlung für wachsende Tiere eine Menge Vitamin A in 6.000 IE/kg Futter  an. In der Regel werden den Futtermitteln heute 10.000 IE/kg Futter Vitamin A zugemischt - auch für  Kaninchen, die nicht zur Zucht eingesetzt werden. Diese Menge entspricht somit fast dem 20fachen  der ursprünglichen Empfehlung.   Berechnung der unterschiedlichen Vitamin-A-Aktivität von Retinol und Provitaminen:  1 mg Retinoläquivalent  = 1 mg Retinol = 6 mg ß-Carotin = 12 mg sonstiger Provitamin-A-Carotinoide  = 3.330 IE Retinol  = 10.000 IE ß-Carotin  1 mg ß-Karotin entspricht 0,167 mg Retinol  1 mg anderer Provitamin-A-Carotinoide entspricht 0,084 mg Retinol  1 IE aus Retinol = 0,3 µg Retinoläquivalent  1 IE aus ß-Karotin = 0,1 µg Retinoläquivalent  1 IE = 1 IU (1 Internationale Einheit = 1 International Unit)  ß-Carotin-Gehalt in verschiedenen Futtermitteln [mg/kg TS]  Vitamin B-Komplex  Vitamin-B-Komplex ist die Sammelbezeichnung für die wasserlöslichen Vitamine Thiamin, Riboflavin,  Pyridoxin, Cobalamin, Biotin, Folsäure, Pantothensäure u. Niacin.  Von der Zufuhr dieser Vitamine ist das Kaninchen weitgehend unabhängig, da sie diese durch die  Caecotrophie (Aufnahme und Verwertung des Blinddarmkotes) zum größten Teil selbst synthetisieren  können. Für schnell wachsende Tiere hat sich eine zusätzliche Zufuhr von 1   2 ppm (Parts per  Million) Vitamin B1 und B6, 6 ppm Vitamin B2 und 30   60 ppm Nikotinsäure (Vitamin B3) in der  Ration als vorteilhaft erwiesen (Lebas 1997). Die Vitaminsynthese kann bei Darmerkrankungen  eingeschränkt sein, weshalb sie dann zugeführt werden müssen.   B1 (Thiamin) - reguliert den Kohlenhydratstoffwechsels; ist für die Funktion von Nervengewebe und  Herzmuskel zuständig und verfügt über eine Schutzfunktion für den Magen-Darm-Kanal  B2 (Riboflavin, Laktoflavin) - ist am Sehvorgang beteiligt und ein Coferment des Eiweiß- und  Fettstoffwechsels. B3 (Nikotinsäure) - Bestandteil von Cofermenten für den Kohlenhydrat-, Fett- und  Eiweißstoffwechsel und für die Funktion der Haut und der Verdauungsorgane unentbehrlich.  B4 (Cholin) - ist am Stoffwechsel der Fette beteiligt und für den Fetttransport zuständig. Außerdem  wirkt es stimulierend auf die Antikörperbildung.  B5 (Ca-Pantothenat) - steuert den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsels und ist von  besonderer Bedeutung für den Auf- und Abbau der Fette sowie für die Funktion der Haut und  Schleimhäute. Es sorgt für die Bildung von Resistenzen gegenüber Infektionen.  B6 (Pyridoxin, Adermin) - es nimmt eine zentrale Stellung im Eiweißstoffwechsel ein und ist am  Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt.  B7 (Biotin) - wichtig für den Stoffwechsel  B12 (Cobalamin) - wird für die Blutbildung benötigt, ist für das Wachstum und Stoffwechselprozesse  zuständig und an der Bildung einiger Aminosäuren beteiligt.  Im gesunden Körper werden Vitamine des B-Komplexes synthetisiert. Bei Störungen im Stoffwechsel  ist die Versorgung aber fraglich. Allgemein wird angenommen, dass Kaninchen unter anderem den  Blinddarmkot deshalb fressen, weil sie sich dadurch mit diesen Vitaminen versorgen. Dieser These  widerspricht jedoch der Fakt, dass auch bei einer sehr hohen Dosierung von Vitamin B im Futter der  Blinddarmkot trotzdem gefressen wird, obwohl er eigentlich nicht benötigt wird. Außerdem enthält die  natürliche Nahrung des Kaninchens relativ große Mengen des Vitamin-B-Komplexes, so dass es auf  eine zusätzliche Versorgung aus dem Blinddarmkot gar nicht angewiesen wäre. Lang (1981)  vermutet deshalb sicher nicht zu Unrecht, dass der Blinddarmkot eher für einen Ausgleich bei einem  Proteinmangel sorgt.  Vitamin C (Ascorbinsäure)  Das Vitamin C wird vom Kaninchen selbst gebildet. Es ist an Oxydations- und Reduktionsprozessen  sowie am Aufbau von Hormonen und an der Blutgerinnung beteiligt und steigert die Abwehrkräfte bei  Infektionen und Stress. Die Synthese kann jedoch bei Darmerkrankungen eingeschränkt sein,  weshalb dieses Vitamin dann zugeführt werden muss. Ein Überschuss an Vitamin C wird über die  Niere ausgeschieden. Auch In Stressphasen kann die Fähigkeit der Synthese von Vitamin C deutlich  sinken, sodass ein Mangel entsteht. Cholin:  (frühere Bezeichnung: Vitamin B4)  Funktionen: u.a. wichtig für Transport und Stoffwechsel der Fette  Vorkommen: Eiweißfuttermittel tierischer Herkunft, Hefen, einige Ölsaatextraktionsschrote, als  Bestandteil von Zellwänden in frischen Pflanzen enthalten. Kann unter anderem aus der essentiellen  Aminosäure Methionin gebildet werden.  Mangel: Gestörter Fettstoffwechsel (Leberverfettung); Funktionsstörung von Gelenken und Knochen  Vitamin D (Calciferol)  Funktionen: reguliert den Calcium- und Phosphorstoffwechsel; steigert die Leistungsfähigkeit des  Immunsystems und hemmt die Autoimmunisierung Vorkommen: nur in sehr wenigen Produkten wie Vollmilch und Leberölen als Vitamin D3 sowie  sonnengetrocknetem Grünfutter als Vitamin D2; überwiegende Stall- oder Wohnungshaltung  begrenzt die Vitamin D-Bildung. Die Vorstufe dieses Vitamins wird im Körper gebildet und durch UV-  Strahlung in Vitamin D umgewandelt. Demzufolge haben Kaninchen in Wohnungshaltung signifikant  niedrigere Vitamin-D-Serumwerte als Kaninchen in Außenhaltung. Nach Harcourt-Brown (2002) ist im  Blut von Kaninchen, die ohne natürliches Sonnenlicht gehalten werden und denen kein Vitamin D  über das Futter zugeführt wird, nach 5 Monaten das Vitamin nicht mehr nachweisbar.  Für die Umwandlung des 7-Dehydrocholesterol in der Haut zu Prävitamin D3 ist UV-B-Strahlung mit  einer Wellenlänge von 280-310nm nötig - das Wirkungsmaximum liegt bei 295nm [Pietrzik et al  2008]. Gewöhnliches Fensterglas ist für UV-B-Strahlen undurchlässig.  Kaninchen in Außenhaltung synthetisieren das 7-Dehydrocholesterol in der Haut mit Hilfe der UV-  Strahlung oder sie nehmen sonnengetrockneter Pflanzen und Laub auf. Oft sieht man Kaninchen im  Winter, wie sie sich "sonnen" - sie genießen es regelrecht und füllen bei dieser Gelegenheit den  Vitamin-Speicher auf.  Mangel:  hemmt die Mineralisierung im wachsenden Knochen  verursacht den Abbau der mineralischen Substanz im ausgewachsenen Knochen  verursacht Abszesse in Kieferknochen. Bei Mangel wird zu wenig Calcium im  Kieferknochengewebe eingelagert, der aus diesem Grund weich wird. In die weichen Bereiche  dringen kleine, harte und spitze Futterbestandteile aus Heu oder Stroh ein. Die verletzten  Stellen werden von Bakterien besiedelt, die Entzündungen hervorrufen.  fördert entzündliche Darmerkrankungen (Colitis)  fördert Autoimmunerkrankungen    Eine Internationale Einheit (IU) Vitamin D ist als 0,025 µg Vitamin D3 definiert (Cheeke 1987).  Aufnahme und Umwandlung von Vitamin D  Vitamin E (Tocopherol)  entscheidend ist nicht der Gesamt-Tocopherolgehalt, sondern der Gehalt an der wirksamsten  Verbindung, dem d-alpha-Tocopherol  Funktionen: Antioxidans, verhindert auf Grund seiner antioxidativen Wirkung die Entstehung freier  Radikale und somit Erkrankungen und hat Einfluss auf die Proteinsynthese; antitoxische Wirkung im  Zellstoffwechsel; Verhinderung von Lebernekrosen und Muskeldegeneration; Regulierung des  Hormonstoffwechsels; Erhaltung der Stabilität der Membranen, insbesondere der Herz- und  Skelettmuskulatur; Regulation von Entwicklung und Funktion der Keimdrüsen; Stimulierung der  Antikörperbildung (bessere Krankheitsresistenz)  Vorkommen: in frischen Pflanzen wie Gras, Klee, Luzerne, Grünmehl, unzerkleinerten Samen sowie  in tierischem Gewebe. Einen negativen Einfluss auf die Stabilität und Gehalte von Vitamin E üben  Feuchtigkeit und Lagerungszeit aus. Dies betrifft vor allem Grünfutterkonservate wie z. B. Heu oder  Getreide. In Heu kann der Verlust an Vitamin E gegenüber frischem Grün 90% betragen.  Mangel: Muskelschäden an Herz- und Skelettmuskulatur (plötzlicher Herztod bei Schädigung des  Herzmuskels); Fruchtbarkeitstörungen; Veränderungen am Gefäß- und Nervensystem;  Leberschäden; Veränderungen im Fettdepot; bei Leberkokzidiose erhöht sich der Bedarf an Vitamin  E   Vitamin H (Biotin)  Ist ein Coenzym wichtiger Stoffwechselreaktionen, fördert die Synthese ungesättigter Fettsäuren und  ist wichtig für ein optimales Fellwachstum. Vitamin K (Phyllochinon)  Vitamin K ist ein Sammelbegriff für die Vitamine K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon)  Funktionen: Beeinflussung der Blutgerinnung; Wachstum  Vorkommen: K1 = Grünpflanzen; K2 = Getreide  kann vom Kaninchen durch mikrobakterielle Vorgänge aus dem Blinddarmkot gewonnen werden.  Gemäß vielen Literaturquellen kann Vitamin K von Kaninchen durch mikrobakterielle Vorgänge aus  dem Blinddarmkot gewonnen werden und machen sie somit von einer zusätzlichen Zufuhr bei einer  Fütterung mit frischem Grün und etwas Getreide unabhängig. Bei Darmerkrankungen ist jedoch die  ausreichende Bildung von Vitamin K fraglich, da Durchfälle Funktionen zur Bildung dieses Vitamins  stören können.  In Futtermitteln wird heute oft das künstliche Vitamin K3, auch Menadion genannt, eingesetzt. Dieser  synthetische Zusatzstoff ist äußerst umstritten. In der menschlichen Säuglingsnahrung ist der Einsatz  verboten, Langzeitstudien zu Nebenwirkungen und Belege zur Wirksamkeit der  Blutgerinnungsfähigkeit fehlen. Hersteller geben in der Deklaration meist nur "Vitamin K" an und nicht  "Vitamin K3". Die Vitamine A, E, C und ß-Carotin gelten als wirkungsvolle Antioxidantien für den Organismus, die  das Abwehrsystem gegen gesundheitsschädigende Angriffe von Radikalen effizient unterstützen.  Viele Vitamine sind licht- und temperaturempfindlich. Lichtempfindlich sind vor allem die Vitamine A,  E, K sowie B2 und B12. Äpfel sollten nicht gemeinsam mit anderen Obst- und Gemüsesorten  gelagert werden, da sie mit zunehmender Reife Ethylen ausscheiden, welches den Vitaminverlust  beschleunigt. Beim Säubern von Gemüse entsteht ein Vitaminverlust von ca. 20 - 60%, bei Salat und Karotten von  60 - 70%. Durch das Zerkleinern von Obst und Gemüse gehen ca. 20 - 30% Vitamine verloren, durch  die Lagerung von Salat in einem Zeitraum von 3-4 Tagen bis zu 90%.   Eine ausreichende Versorgung von Kaninchen mit Vitaminen durch die ausschließliche Fütterung mit  Heu und Gemüse dürfte als fragwürdig gelten. Durch den Trocknungsprozess bei der Heugewinnung  und den Verlust von Vitaminen durch Transport- und Lagerung von Obst und Gemüse kann davon  ausgegangen werden, dass viele Vitamine nicht mehr oder nur in geringen Mengen vorhanden sind.  Im Vergleich zur tatsächlichen, frischen Nahrung des Kaninchens ist der Vitamingehalt in den  alternativen Futtermitteln von vornherein niedriger oder wie im Fall von Trockenfutter (Pellets,  Briketts, Mischfutter) in zugemischter Form bei weitem nicht so wirkungsvoll oder sogar schädlich. 
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